Die Krise des RG III: Wenn die Basis nicht stimmt…

Robert Griffin III, Alfred Morris

Robert Griffin zog die NFL 2012 in seinen Bann. Der Quarterback, den sich die Washington Redskins im teuren Draft-Trade mit den St. Louis Rams schnappten, spielte in einer Offense, die viele Defensive Coordinator überraschte und die Redskins-OC Kyle Shanahan für ihn entworfen hatte.

Sie baute auf College-Elemente von Griffins Spiel auf, hob seine Stärken hervor und kaschierte große Teile seiner Schwächen. Mit Fokus auf Option-Running-Plays und vielen Spielzügen aus der Pistol-Formation war Washington schwer zu verteidigen und holte sich die NFC-East-Krone. Griffin begeisterte dabei mit spektakulären Plays und langen Runs.

Doch das Hoch war von kurzer Dauer. Griffin erlitt bekanntermaßen einen Kreuzbandriss, kam nicht mehr an die alte Explosivität ran und es folgten zahlreiche interne Streitigkeiten mit Head Coach Mike Shanahan sowie dessen Nachfolger Jay Gruden. Griffin geht in der kommenden Saison in sein letztes Vertragsjahr und kaum jemand glaubt an eine Zukunft des 25-Jährigen in der Hauptstadt. Doch wo liegen die Ursachen für den Absturz?

Fußarbeit und Reads – die Basis stimmt nicht

Ja, man kann jetzt auf inneren Zoff und die angeblichen Streitigkeiten im Team verweisen. Doch was ist hier das tatsächliche Schwierigkeiten auf dem Platz? Im Prinzip kann man es auf zwei klare Basis-Probleme herunter brechen: Fußarbeit und das Lesen der Defense und der eigenen Reads. Griffin spielt nicht schlau aus der Pocket und obwohl er keine große Running-Gefahr für Defenses mehr ist, hatte er in der zweiten Saisonhälfte noch immer den Luxus „einfacher“ Coverages.

Starten wir mit Griffins Starting-Comeback gegen die Vikings in Week 9 (18/28, 251 YDS, TD, INT, 5 Sacks). Auffällig sind zwei Dinge: Einerseits, was Gruden anschließend auch öffentlich monieren sollte, ließ sich RG III bei seinen Dropbacks immer extrem weit zurückfallen. Häufig ist zu sehen, wie er neun, zehn Yards hinter der Line of Scrimmage steht und ein effektives Blocken seiner O-Line fast unmöglich macht.

Gleichzeitig hatte Washington einige gute Plays im Gepäck, exemplarisch dieser Spielzug gegen Minnesotas Cover 3:

Sack Vikes

DeSean Jackson läuft rechts direkt die Seite runter und nimmt den Cornerback gegen die Cover-3-Aufstellung der Vikings mit. Da Tight End Niles Paul in die Flat geht und so den Undernath Defender bindet, ist Santana Moss, der über das Feld kommt, komplett unbewacht. Doch Griffin hält den Ball, scrambelt in der Pocket und wird schließlich gesacked. Ein mögliches Big Play zu Moss wurde so leichtfertig vergeben.

Das Buccaneers-Debakel

Nach der folgenden Bye-Week bot Griffin gegen die Tampa Bay Buccaneers (23/32, 207 YDS, TD, 2 INT, 6 Sacks) ein noch deutlich schlechteres Spiel und ließ vieles von dem erkennen, was im Moment nicht stimmt. Gleich beim ersten Spielzug der Partie warf Griffin einen Pick – und der wäre unglaublich einfach vermeidbar gewesen.

Gruden bot RG III eigentlich einen einfachen Start ins Spiel. Die Skins begannen mit einem simplen Spielzug, bei dem TE Jordan Reed über die Mitte für einen einfachen Pass frei ist. Als Alternative wäre nach rechts auch der Bubble Screen offen gewesen. Doch Griffin zögert, läuft nach links und sein Pass zum zweiten TE Niles Paul landet, nachdem Paul das Ei nicht festhalten konnte, in den Händen eines Gegenspielers.

Auffällig dabei war, neben der desolaten Entscheidungstreffung, die katastrophale Fußarbeit. Griffin verlor nicht nur schnell das Spielfeld und seine Reads aus den Augen, er trat auch überhaupt nicht in seine Würfe sondern war häufig zum Teil mit den Füßen in der Luft. Ein Kritikpunkt, den es schon am College gab, wo er diese Schwäche mit seinen One-Step-Dropbacks aus der Shotgun oft kaschieren konnte. Als sein Draft-Status nach der Combine dann nach oben schnellte, geriet das nur zu gerne in Vergessenheit.

Sein zweiter Pick kam ebenfalls durch eine unverständliche Entscheidung Griffins zustande. Wieder ist ein vergleichsweise simpler Read: Griffin muss den Linebacker lesen und entsprechend weg von ihm werfen.

RG III Pick Bucks

Doch Griffin zögert wieder, 9 Yards hinter der Line – anstatt in die Pocket zu treten. Damit macht er es seiner O-Line beinahe unmöglich, die Pass-Rusher zu blocken. Griffin bekommt den Ball zwar weg, wirft aber in die Seite des LBs, nur weil Garcon von links außen kommend seinen Gegenspieler geschlagen hat. Doch der LB fälscht den Wurf ab – Interception.

Einen ähnlichen Bock erlaubte er sich auch gegen die Cowboys im letzten Saisonspiel, wieder warf er, bei seinem ersten Pick in der Red Zone, in die Laufrichtung des Linebackers, der den Ball dieses Mal gleich selbst abfing.

Doch zurück zum Bucs-Spiel: Auch bei einem kritischen Sack bei 2nd&Goal hatte Griffin einen einfachen Read:

RG III Sack Bucks

Die Outside-Routes der äußeren Receiver sind durch die Cover-2 abgedeckt, damit kommt nur die Seam-Route des linken inneren Receivers (DeSean Jackson) oder die Stick-Route von Tight End Niles Paul. Ein klarer Two-Man-Read. Doch was macht Griffin? Er schaut nach dem Snap zunächst zu den äußeren Receivern. Den Wurf zu Paul über die Mitte wagt er anschließend nicht, obwohl der komplett frei steht und RG III eine freie Pocket hat. Doch Griffin fängt wieder an zu scrambeln, irrt im Backfield umher und wird schließlich gesacked.

Es gab in dem Spiel weitere vergleichbare Szenen. Griffin verbockte mehrere klare Reads und entschied sich für die falsche Option – obwohl häufig ein Receiver komplett frei war. Bei einem Vertical Route Concept war etwa Jackson frei auf dem Weg in die Endzone, weil Andre Roberts mit der Underneath Route den Safety auf sich gezogen hatte. Doch Griffin bekam den Blick nicht weg von Roberts und musste schließlich den nächsten Sack einstecken.

Die Mär vom guten Deep Ball

Eine Pro-Football-Focus-Bewertung vor der Vorsaison ließ schon Probleme gegen den Traditional Rush erkennen, darüber hinaus war Griffin schon da einer der schlechtesten QBs bei tieferen Drops. Auch Crossing Routes und tiefe Pässe von mindestens 20 Yards bereiteten RG III große Probleme – die Mär vom guten Deep-Ball-Thrower, die Griffin teilweise umgab, stimmt längst nicht mehr.

Das lässt sich auch in der vergangenen Spielzeit festlegen. Griffin fehlt vor allem, trotz Deep Threats wie Garcon, Jackson und Reed, der Mut, tiefe Pässe zu versuchen. Das beweist ein Blick auf die Average Depth of Target (Genaue Begriffserklärung hier). Zusammengefasst beschreibt diese Statistik, in welcher Distanz ein Quarterback seine Receiver im Schnitt anpeilt, wobei besonders kurze (unter -9 Yards) und besonders weite (über 55 Yards) angepeilte Würfe aus Sample-Size-Gründen rausfallen. Diese machen aber nur einen minimalsten Anteil aus.

Average Depth of Target

Griffin fällt im Vergleich mit anderen Startern hier deutlich ab. Nur Chiefs-QB Alex Smith (6,0) ist noch schlechter, der nächste Starter war Buffalos Kyle Orton (7,5). Auffallend außerdem: Kirk Cousins, Griffins Konkurrent in Washington, liegt in dieser Statistik deutlich vor RG III.

Probleme in der Pocket

Die weiteren Starts gegen San Francisco (11/19, 106 YDS, 5 Sacks) und die Giants (18/27, 236 YDS, TD, 7 Sacks) legten vor allem Griffins fehlendes Gespür in der Pocket offen. Der Quarterback hatte oft überhaupt kein Gefühl für den Pass-Rush oder seine Blocking-Assignments und wurde häufig vom Pass-Rush erwischt, während er einfache Completions liegen ließ.

Auch die O-Line, das sei hier nicht unerwähnt, leistete sich den ein oder anderen Bock – aber mehrere Sacks gingen schlicht auf Griffins Kappe. Wenn man Griffins Tape in den beiden Spielen betrachtet, ist vor allem seine fehlende Arbeit in der Pocket auffällig. RG III weicht häufig viel zu weit zurück und ermöglichte so unnötig tiefe Sacks.

Yards pro Sack

33 Sacks für 227 Sack-Yards musste Griffin in der Vorsaison in neun Spielen einstecken. Mit Drew Brees, Matt Ryan, Tony Romo, Eli Manning, Aaron Rodgers, Andrew Luck, Tom Brady, Andy Dalton und Joe Flacco, Derek Carr und Peyton Manning kassierten mehrere Starter in fast doppelt so vielen Spielen weniger Sacks. Auch die Yards pro Sack waren häufig besser als die von RG III.

Der Ball liegt bei Griffin

Gruden und sein Trainerstab bauten die Redskins-Offense im Vergleich zu den Shanahans um und wollen Griffin zu einem Pocket-Passer machen. Dabei wurde eine große Umstellung in kürzester Zeit gefordert, gleichzeitig mangelt es dem Quarterback nach drei Jahren in der NFL schlicht an Fundamentals.

Durch verschiedene Dinge, darunter seine schwere Verletzung sowie die Umstellung des Systems, hat Griffin auch an Selbstvertrauen eingebüßt, was dazu führt, dass er häufig die eine Hundertstelsekunde zu lange zögert. Dazu kommen Fragen nach seinem Einsatz. Griffin soll nicht gerade der fleißigste Video-Student sein, was wohl sein Übriges dazu tut.

Gruden und RG III sollen intern nach wie vor auf Konfrontationskurs sein und es bleibt abzuwarten, ob Griffin in der kommenden Saison überhaupt noch in Washington ist. Doch klar ist: Er muss an seinen Basics arbeiten, um in der NFL erfolgreich zu sein – egal ob das System besser zu ihm passt oder nicht. Alleine mit der Read Option gewinnt man in der NFL nichts. Doch die gute Nachricht: Der talentierte Griffin hat seine Zukunft in der eigenen Hand, ob in Washington oder anderswo.

Adrian Franke

Werbeanzeigen

16 Gedanken zu “Die Krise des RG III: Wenn die Basis nicht stimmt…

  1. Starker Artikel!
    Finde ihn zwar zu negativ, aber das war wohl so gedacht 😉

    Der Hype war zu groß, aber wenn man sich auf sein Skillset ausrichtet kann man einen soliden, zumindest durchschnittlichen Starting QB aufweisen. Gibt schlechteres in der Liga. Außerdem ist er noch nicht am Ende. Auch wenn Probleme an den Basics schwerwiegend sind kann man immer noch an Ihnen arbeiten.
    Vielleicht tauscht er ja mal Zeit für den Bizeps gegen Zeit im Filmroom.

    Auf was kann man sich als nächstes freuen? Hast du da schon was im Kopf?

    Liken

    • Danke! Ja, war negativ gemeint, vor allem, nachdem ich mir die Tapes nochmal ausführlich angeschaut hatte. Da waren schon ein paar Dinge dabei…Puh! Bin wirklich gespannt, wie das weiter geht, gerade falls er dann nächstes Jahr Free Agent sein sollte!

      Hab ein paar Sachen im Kopf, allerdings noch nichts konkretes. Bin aber immer offen für Wünsche 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Grundlegende Sachen wie die HB/FB Betrachtung sind top.

    So etwas wie Scouting Reports zu Spielern die aufgrund der Free Agency z.B. vor ihrem Durchbruch stehen könnten. (Carlos Hyde z.B., da gibt es bestimmt noch mehr).

    Allgemein einfach weiter so. Grafiken, Statistiken und Bezug auf aktuelle Trends/Ereignisse/Entwicklungen einbauen.

    P.S. wenn du die Möglichkeit hast meinen Doppelpost vorher einmal zu löschen, dann tu das bitte. ich finde die Möglichkeit nicht 😉

    Gefällt 1 Person

  3. Super Artikel, Adrian.

    Klingt alles zunächst sehr dramatisch, aber schlussendlich ist es das ja irgendwie auch. Er geht in seine vierte Saison und hat weiterhin Probleme bei einigen Basics, dazu die schlechte Pocket Awareness. „Verfeinert“ um das Pulverfass Gruden-RG3. Seine athletischen Attribute sind herausragend, aber ich bin ebenfalls skeptisch, ob er wirklich der NFL Quarterback werden kann, als der er gedraftet wurde. Außerdem bin ich überzeugt, dass es sein letztes Jahr in WAS wird (jaja, ist jetzt nicht gerade eine bold prediction).

    Zu den Themen: Bitte keine Niners-Artikel. 😛

    Gefällt 1 Person

  4. So, jetzt hatte ich auch mal ein bisschen Zeit, um mir dein Werk hier durchzulesen und ich muss sagen: Tolle Arbeit. Ich schaue selbst erst seit Mitte der 2012-13 Saison Football, deswegen habe ich leider nie viel von Griffin sehen können. Was ich mich Frage: Wieso baut Gruden das System nicht etwas um? Man kann Griffin ja nicht über Nacht zum Pocket-Passer machen (siehe 49ers, wo Roman mit einer der Gründe für Kaepernicks eher schlechte Saison ist). Ein Mittelweg wäre doch besser gewesen, wenn man schon weiß, dass RG3 eher ungern Videostudium betreibt. Und was ich mich noch Frage: Wie kommt es denn dazu, dass Griffin als guter Deep-Ball-Thrower angesehen wird, wenn er das eigentlich nicht wirklich ist? Liegt das nur an seinem mangelnden Selbstvertrauen und er hat es schon viel besser gezeigt und war das der Hype aus dem ersten Jahr?
    Der Text war auf jeden Fall sehr gut, auch deine Beschreibung der Situationen gefällt mir, auch wenn Videos manchmal noch besser wären, aber an die kommt man ja glaub ich schlecht. Noch zwei Fragen: Bei der Average Depth of Target habe ich mich gefragt, wofür die Y-Werte stehen, kann man das an Zahlen festmachen? Eine Skala von 1-10 erleichtert natürlich den Überblick, aber absolute Zahlen fänd ich da noch interessant. Und eine Frage als Football-Laie: Wie hast du dir dein Wissen angeeignet? Über eine besondere Lektüre oder einfach im Laufe der Zeit? Mittlerweile verstehe ich recht viele Sachen, aber an dein Wissen komm ich da bei Weitem noch nicht heran.

    Gefällt 1 Person

    • Viele Fragen, ich versuch mal mein Bestes ;):

      Also die System-Frage ist wirklich eine spannende. Wie ich teilweise ja auch rausgearbeitet habe, hat Gruden RG III im Prinzip schon häufig mit den Spielzügen in eigentlich vermeintlich einfache Ausgangslagen gebracht, um aus der Pocket zu spielen, aber häufig hat Griffin das schlicht nicht hinbekommen. Dazu kommt natürlich auch seine erneute Verletzung in der letzten Saison, die ihn grob die Hälfte der Saison gekostet hat und dann die öffentlichen Streitereien mit Gruden und die Degradierung hinter Cousins und McCoy als er wieder fit war.

      Mit dem Deep-Ball gibt es zumindest einen Grund der für mich logisch erscheint: Als Griffin noch eine ernsthafte Bedrohung im Running Game und mit der Read-Option war, haben gegnerische Safeties häufig etwas aggressiver nach vorne verteidigt und so sind häufiger Receiver in 1-gegen-1-Duellen mit CBs durchgekommen.

      Was genau meinst du bei dem Schaubild? Also die Y-Skala zeigt die Yards, dass das von 1-10 geht ist in dem Fall tatsächlich zufällig :).

      Und zu deiner letzten Frage: Ich schaue natürlich viel Football und lese viele Analysen. Darüber hinaus gibt es mehrere Bücher, die ich jedem empfehlen kann: „Take your Eye off the Ball“, „The Essentian Smart Football“ oder z.B. auch „The Making of Modern Quarterbacks“.

      Liken

      • Danke für die schnelle Antwort 🙂

        Bei der Skala hatte ich mich nur gefragt, wofür die Werte 1-10 in Bezug auf die „Average Depth of Target“ stehen. Also was die Einheit ist und wie die Zahlen da genau aussehen.

        Das mit der aggressiveren Verteidigung erscheint auf jeden Fall logisch. Vielleicht versucht man es ja weiterhin, RG3 hat alles selbst in seinen Händen. Wenn es einmal läuft, dürfte die Verteidigung ja wieder aggressiver spielen und ihm so weitere Möglichkeiten bieten. Ist der athletische Faktor vor und nach seinem Kreuzbandriss denn zu auffällig? Klar, vor allem für seinen Spielertyp ist solch eine Verletzung nochmal viel schwerwiegender, aber die Medizin ist ja mittlerweile schon recht weit.

        Sonst vielen Dank für deine Lektürehinweise, werde mir nächste Woche mal was davon bestellen. Wollte mir in der Offseason mehr Wissen aneignen und selbst mal was schreiben, wenn ich das noch mit meiner Bachelorarbeit in Einklang bringen kann 😀
        Hab auch schon ein, zwei Themen im Hinterkopf.

        Liken

      • Achso, ja sind die Yard-Zahlen 🙂

        Ich würde sagen auffällig ist, dass ihm die absolute Explosivität fehlt. Aber noch viel auffälliger ist, dass ihm auch das Selbstvertrauen fehlt. Ich habe häufig das Gefühl, er bekommt in der Pocket totale Panik und verliert den Fokus. Und bei Runs wirkt er irgendwie blockiert, wenn er sie überhaupt noch macht. War ja glaube ich auch schon sein 2. Kreuzbandriss, auch wenn der im College wohl nicht so schlimm war wie der in seiner Rookie-Saison.

        Ansonsten: Gerne, und viel Spaß bei der Lektüre 🙂

        Liken

  5. Natürlich ein insgesamt starker Text, der leider sehr viel wahres anspricht. Ich hab mir im Nachhinein auch noch mal ein paar seiner Spiele angesehen und die fehlenden Basics sind nicht von der Hand zu weisen. So gern ich das als Sympathisant Griffins täte.

    Dennoch ist eine valide Bewertung immer noch unmöglich. Mit „valide“ meine ich, dass es kaum Saisons gibt, die sich wirklich analysieren lassen. Einzig sein Rookie Jahr hat er im Vollbesitz seiner Kräfte und Gesundheit spielen können. Im Jahr danach war er durch die Reha nach dem Torn ACL einfach nicht fit. Er kam viel zu schnell wieder zurück, was sich auf sein Spiel zwar negativ ausgewirkt hat, was aber grundsätzlich Folge seiner Arbeitseinstellung ist. Viel schlimmer an der Verletzung war aber die fehlende Möglichkeit im Sommer an seinem Spiel zu arbeiten.

    Ins dritte Jahr ging er dann fit, aber dann verletzt er sich unglücklich nach nur wenigen Spielen. Insgesamt ist die Sample Size, um seinen Impact zu bewerten viel zu klein und nicht reproduzierbar. Sein zweites und drittes Jahr muss man fast schon rausnehmen.

    Dennoch sind die Mängel in seinem Spiel offensichtlich. Diese Saison wird das Jahr der Abrechnung. Er geht gesund in die Offseason, wird hoffentlich gesund in die Saison gehen. Er muss zumindest wieder das Level des Rookie-QBs erreichen, dann hat er den Redskins schon viel geholfen. Nicht vergessen, diese Saison war historisch gut.

    Noch was zu den Deep Balls. Als Fan von Zahlen und Stats möchte ich darauf hinweisen, dass man solche Dinge besser NICHT mit Zahlen erfasst. Auch hier haben wir das Problem der zu geringen Sample Size. Fähigkeiten eines Spielers, egal ob Draftee oder Spieler, der so wenig Spiele absolviert hat, sollten auf Basis anderer Dinge analysiert werden. Beispielsweise durch den Eye-Test. Damit will ich sagen: Ob RG3 ein guter Deep Ball-werfer ist, lässt sich nicht anhand der obigen Zahlen ausmachen.
    In meinen Augen ist er es. Auch was ich diese Saison von ihm gesehen habe, hat er in seinem Monsterarm auch durchaus eine sehr gute Präzision.

    Wie gesagt, toller Artikel!

    Gefällt 1 Person

    • Mit der Sample Size hast du schon Recht und man weiß natürlich auch nie genau, was die Coaches vor hatten und wie Game Plan und Spiel- sowie Saisonvorbereitung aussahen.

      Wenn ich die Analyse auf 2 Sachen runter brechen müsste und ich die Sachen nehmen müsste, die mir beim Tape schauen am stärksten aufgefallen sind, wären es:
      1. Seine „Angst“ (mir fällt da kein besseres Wort ein) in der Pocket. Man hat extrem oft den Eindruck, dass er möglichst schnell aus der Pocket raus will und überhaupt kein Gefühl für Protection oder Pass-Rush hat – und dann eben meistens erst recht erwischt wird.
      2. Seine desolaten Reads, bzw. Nicht-Reads. Entweder klebt er mit den Augen auf einem Receiver, oder aber er scheint durch seine Reads zu gehen – und trifft dann die denkbar schlechteste Entscheidung.

      Beides sind für mich absolut alarmierende Dinge, die zum Teil natürlich auch mit der schweren Verletzung und der mangelnden Spielpraxis begründet werden können – aber nicht nur damit erklärbar sind. Ich hoffe auch, dass er fit bleibt und wir sehen, was er wirklich kann. Aber wie du sagst: Das wird ein Abrechnungsjahr, in dem er keinerlei Ausreden haben sollte.

      Liken

  6. Pingback: Marcus Mariota und die Spread Offense | Free Blitzer

  7. Pingback: Power Ranking: Der Sturz des Champions | Free Blitzer

  8. Pingback: Fünf Fragen zum Donnerstag (23.7.) | Free Blitzer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s