Spielzug erklärt: Das Mesh/Wheel-Konzept

Chicago_Bears_vs_Tennessee_Titans_11-09-08

Ein NFL-Spielzug kommt im ersten Moment gerne kryptisch und unverständlich daher. Aber was steckt dahinter? Was sehen die Zuschauer eigentlich auf dem Platz? Und worauf gilt es, zu achten? Ein Erklärungsversuch in kleinen Häppchen. Heute: Das Mesh/Wheel-Konzept.

Seinem Quarterback mehrere Optionen für schnelle Pässe zu geben ist häufig ein Mittel, um sowohl für Selbstvertrauen zu sorgen, als auch sichere, möglichst risikoarme Spielzüge einzustreuen. Ein Rezept dafür ist das Mesh-Wheel-Konzept.

Mesh Play

Starten wir von links nach rechts: Der linke Outside-Receiver (gelb) zieht nach innen und ist so die erste Anspielstation für den Quarterback, gleichzeitig kann er, gerade gegen Man Coverage, Verteidiger ineinander laufen lassen und so Wege frei blocken – vor allem, wenn ein in der Mitte postierter Linebacker direkt für den Running Back, der die Wheel-Route läuft, zuständig ist.

Eine derart tiefe Route wie hier gibt einem Pass-Catching-RB (Beispiele wären Andre Ellington, C.J. Spiller, Shane Vereen oder auch LeSean McCoy) ohnehin einen großen Vorteil: Er hat es, zumindest gegen Man Coverage, kaum mal mit einem Cornerback oder Safety in Coverage zu tun.

Linebacker haben in aller Regel Probleme, je tiefer sie in Coverage gehen müssen und durch die (gelb markierte) WR-Route wird das für den Linebacker zusätzlich erschwert. Video-Nachweis gefällig? Der Spielzug in Perfektion.

Doch zurück in die Mitte des Feldes: Der Slot-Receiver (grün) läuft die am nächsten zur Line of Scrimmage gelegene Route, der gegenüberliegende Tight End (rot) knapp darüber – das ist das Mesh-Konzept. Gerade in Man Coverage ist das extrem schwer zu verteidigen, da aus Sicht der Defense viel zu viel im Zentrum passiert und so häufig einer der Pass-Catcher „verloren“ gehen kann – und plötzlich komplett frei steht.

Ergänzt wird der Spielzug durch eine Dig Route des rechten Outside Receivers (blau), die dafür sorgt, dass wenigstens ein Safety tief gebunden ist und nicht in das Geschehen in der Nähe der Line of Scrimmage eingreifen kann. Macht er es trotzdem, hat der Receiver ein Eins-gegen-Eins mit einem Cornerback und so seinerseits die Chance auf einen Home Run.

Adrian Franke

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Ein Gedanke zu “Spielzug erklärt: Das Mesh/Wheel-Konzept

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