Fünf Fragen zum Montag (24.8.)

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Kurz vor dem Wochenende gibt es den Rückblick auf Geschehnisse der vergangenen Tage. Mal mit Themen, die im großen Fokus stehen, mal mit bunten Randgeschichten. Aber immer: Ausschließlich meine Meinung. Aus Termingründen in dieser Woche bereits am Montag!

1. Division-Record-Tipp: AFC West

1. Denver Broncos (11-5)

Durch die Division-Spielplan-Kreuzungen mit der NFC North und der AFC North hat die AFC West insgesamt ein extrem hartes Programm vor sich, die Broncos setzen da mit den Duellen gegen die Indianapolis Colts sowie die New England Patriots nochmals einen drauf. Trotzdem habe ich Denver am Ende mit dem erneuten Division-Sieg sowie einem der ersten beiden Conference-Seeds auf dem Zettel. Gary Kubiaks Running Game wird dem Team enorm weiterhelfen und Peyton Manning wird nochmals eine gute Saison raushauen. Vor allem aber kann die Defense um den potentiell ligaweiten Top-3-Pass-Rush die Broncos inzwischen auch tragen.

2. Kansas City Chiefs (10-6)

Die Chiefs haben in Jeremy Maclin endlich einen potentiellen Nummer-1-Receiver, etwas, das dem Team seit der letzten guten Saison von Dwayne Bowe vor vier Jahren gefehlt hat. Coach Andy Reid kennt Maclin zudem selbst noch aus Philly und selbst wenn Alex Smith weiter Mr. Checkdown bleibt, so gibt ihm Maclin neben einer Deep-Threat auch die Chance auf tonnenweise Yards nach dem Catch. Zusätzlich können die Chiefs, deren Offense ohnehin auf Jamaal Charles basiert, auf eine Top-4-Tight-End bauen. Nicht wenige, ich gehöre dazu, erwarten eine große Saison von Travis Kelce. Um die Defense mache ich mir spätestens seit der Vertragsverlängerung von Justin Houston, der beste OLB der Liga, keine Sorgen mehr. Die Rückkehr von Eric Berry wird die Chiefs zusätzlich anfeuern.

3. San Diego Chargers (8-8)

Im Gegensatz zu den Chiefs sehe ich die Chargers erneut knapp am Wild-Card-Platz vorbei schrammen. Philip Rivers ist einer meiner absoluten Lieblings-Quarterbacks und Glückwunsch an die Chargers, dass sie die Vertragsverlängerung doch noch hinbekommen haben. Die Rückkehr von Danny Woodhead wird Rivers weiter gut tun. Gleichzeitig aber habe ich bei den anderen Waffen Fragezeichen. Die O-Line sollte besser sein als im Vorjahr, Rookie-RB Melvin Gordon wird allerdings noch Zeit brauchen – vielleicht mehr, als manche vor dem Draft gedacht haben. Dass Antonio Gates für die ersten vier Spiele ausfällt hilft ebenfalls wenig und Keenan Allen kommt aus einer durchwachsenen Saison. Defensiv bin ich von der Front Seven nur bedingt überzeugt, so dass ich San Diego angesichts des schweren Schedules maximal neun Siege zutraue.

4. Oakland Raiders (6-10)

Die Derek-Carr-Amari-Cooper-Connection könnte sich für die Raiders als Traumpaar herausstellen – zumindest Training Camp und Preseason lassen darauf schließen. Von Khalil Mack erwarte ich ebenfalls mehr, doch der Prozess wird Zeit brauchen. Zudem muss sich die O-Line und damit einhergehend das Running Game erst beweisen – kein Team war hier im Vorjahr auf die Saison gesehen schlechter. Somit sehe ich die Raiders mit einem „guten“ 6-10-Record, will heißen: Von den zehn Pleiten wird Oakland in vielen Spielen lange drin sein.

2. Hat Gruden Schuld an der Verletzung von RG III?

Nur wenige Stunden nach Washingtons Preseason-Spiel gegen die Detroit Lions, als Redskins-Quarterback Robert Griffin III mehrere heftige Hits einstecken und letztlich mit einer leichten Schulterverletzung sowie einer Gehirnerschütterung vorzeitig raus musste, starteten die Diskussionen: Hätte Coach Jay Gruden seinen Quarterback vorzeitig raus nehmen und so beschützen sollen?

Redskins-Beatreporter heizten die Debatten zusätzlich an, als durchsickerte, dass einige Spieler mit der Entscheidung ihres Coaches überhaupt nicht einverstanden waren. Left Tackle Trent Williams spielte gar nicht, die restliche Offensive Line hatte enorme Probleme. Ein, natürlich anonymer, Spieler soll gar gesagt haben: „Wie kann man ihn da nur immer wieder auf den Platz schicken? Ohne Trent und angesichts der Probleme der anderen Jungs, musst du RG III da ohne jeden Zweifel rausnehmen.“

Ja, Griffin war an den Hits selbst nicht unschuldig (zur genauen Analyse aller Hits geht es hier entlang) und doch war schnell offensichtlich, dass Detroits Pass-Rush zu viel für eine überforderte Line war. Seinen QB vorzeitig raus zu nehmen war für Gruden dennoch keine Option, wie er anschließend zugab: „Nein. Wir waren zuversichtlich, dass unsere Offensive Line beim vierten Drive besser rein finden würde. Leider war das nicht der Fall.“

Bedenkt man, dass Griffins jahrelange Leidenszeit begann, als ihn Coach Mike Shanahan damals als Rookie sichtlich mehr als nur angeschlagen im Playoff-Spiel gegen Seattle drin ließ, war Grudens Reaktion mehr als dünn. Vor einer Saison, die für Griffin, genau wie für Gruden, maßgeblich die Weichen für die Zukunft stellen kann, erscheint es in einem letztlich unbedeutenden Preseason-Spiel als ein viel zu hohes Risiko

Gruden will RG III natürlich möglichst viele Game-Snaps geben, um ihn zum bestmöglichen Spieler zu machen. Gleichzeitig aber, gerade angesichts von Griffins Verletzungshistorie sowie dem Drama damals um Shanahan und das Playoff-Spiel gegen die Seahawks, war es alles andere als klug, RG III in dieser Situation zurück aufs Feld zu schicken. Gruden sollte sich genau überlegen, ob und wie er RG III in der verbleibenden Preseason einsetzt. Immerhin aber trainierte Griffin bereits am Sonntag wieder.

3. Was bedeutet die Nelson-Verletzung?

Die Preseason hat ihr nächstes prominentes Opfer gefordert, Jordy Nelson hat sich bei dieser Szene gegen die Pittsburgh Steelers allem Anschein nach das Kreuzband gerissen.

Man konnte die Zähne von Quarterback Aaron Rodgers förmlich knirschen hören, als er nach dem Spiel erklärte: „Es ist hart, so jemanden in einem bedeutungslosen Spiel zu verlieren.“

Ohne jeden Zweifel: Nelson, der aus einer Saison mit 98 Receptions für 1.519 Yards und 13 Touchdowns kommt, zu verlieren tut Green Bay brutal weh. Er ist der beste Packers-Receiver, Rodgers Deep Threat, der beste Route Runner und ein absoluter Elite-Catcher.

Ja, Davante Adams ist eine Nachwuchshoffnung und Rookie Ty Montgomery hat im Training Camp teilweise überragende Auftritte hingelegt. Aber keiner kann Jordy Nelson so schnell und schon in dieser Saison ersetzen.

Der Nelson-Ausfall wird gegnerischen Safeties auch erlauben, sich stärker auf Slot-WR Randall Cobb sowie auf das Running Game zu konzentrieren. Meine erste Reaktion geht daher tatsächlich in die Richtung, dass diese Verletzung Green Bay, in meinen Augen noch gestern das beste Team der NFL, die Titel-Chance zunichte machen wird.

4. Division-Record Tipp: AFC East

1. Miami Dolphins (10-6)

Dass ich in diesem Jahr viel von den Dolphins halte ist kein Geheimnis und die Preseason bestärkt meinen Eindruck hierbei. Ryan Tannehill steht in meinen Augen vor seiner mit Abstand besten NFL-Saison und auch vom Running Game erwarte ich Großes. Ndamukong Suh wird sowohl gegen das Running Game helfen – ein enormer Faktor in Miamis Einbruch in der Vorsaison – als auch Wege für Linebacker und Pass-Rusher frei machen. Das erlaubt kreativere Blitz-Konzepte. Mein einziges Sorgenkind in der Miami-Prognose: Wie verhält sich Coach Joe Philbin, wenn es nicht läuft?

2. New England Patriots (9-7)

Es ist ohne jeden Zweifel bewundernswert, welchen Status Pats-Coach Bill Belichick genießt. Obwohl sein Superstar-QB Tom Brady Stand jetzt für die ersten vier Saisonspiele gesperrt fehlt und nahezu die komplette Secondary ausgetauscht wurde, rechnet jeder mit den Patriots. Belichick hat in seiner Karriere gezeigt, dass er ein Meister darin ist, Teams nach den Stärken der Spieler auszurichten und in diesem Jahr wird das mehr denn je gefordert sein. Dennoch reicht es, dabei bleibe ich, für mich in diesem Jahr nicht für den Division-Titel. Durch die Spielplan-Kreuzung mit der AFC South haben die Pats zwar einige machbare Gegner vor der Brust, gleichzeitig warten aber auch Teams wie die Cowboys, die Eagles, die Steelers und die Broncos. Ganz davon zu schweigen, dass die eigene Division New England in diesem Jahr so viel abverlangen wird wie möglicherweise überhaupt noch nie.

3. Buffalo Bills (9-7)

Die beste D-Line der Liga und einer der Top-Defensive-Head-Coaches in Rex Ryan werden für einige unterhaltsame Spiele sorgen. O-Lines dürften vor Duellen mit den Bills noch unruhiger schlafen, wenn sie die schon im Vorjahr dominante Line gepaart mit Ryans kreativen Blitzing-Schemes erwarten. Hätten die Bills einen zuverlässigen, konstanten Quarterback, man müsste sie in den Kreis der Contender zählen. So aber bleibt die QB-Position kurz vor Saisonstart ein Fragezeichen (ich tippe weiterhin auf Tyrod Taylor) und das RB-Corps, so wichtig für Ryan sowie für den neuen Offensive Coordinator Greg Roman, plagen Verletzungen. Nur wenn sich LeSean McCoy sowie Buffalos O-Line im Vergleich zur vergangenen Saison steigern können die Bills einen ernsthaften Run auf den Division-Titel machen.

4. New York Jets (6-10)

Wäre die unfassbare Geno-Smith-Geschichte nicht passiert, die Jets hätten in meiner Prognose wohl wenigstens zwei Siege mehr auf dem Konto. Dabei meine ich gar nicht mal unbedingt die Tatsache, dass Ryan Fitzpatrick jetzt ran muss – Fitz kennt das System von OC Chan Gailey bestens und wird sportlich womöglich sowie was Leadership angeht in jedem Fall kein Downgrade von Geno sein. Stattdessen aber hat der Vorfall sowie die anschließenden Reaktionen aus dem Team etwas anderes deutlich werden lassen: Die Jets sind längst noch keine homogene Einheit und Coach Todd Bowles wird etwas Zeit brauchen, bis das Team so weit ist. Daran, dass die Defense zur absoluten Liga-Elite gehören wird, habe ich dennoch keinen Zweifel.

5. Leseempfehlung

Die heutige Leseempfehlung kommt für alle Vikings-Fans: Adrian Peterson hatte eine holprige Offseason, um das mindeste zu sagen. Inzwischen richtet sich der Fokus wieder auf das sportliche – doch hinter dem Star-Running-Back liegt das härteste Jahr seines Lebens.

Ein Bonbon zum Schluss…

Das Madden-Bonbon der Woche will ich niemandem vorenthalten. Die meisten dürften es bereits kennen, doch was EA Sports hier an Verrücktem zusammengeschustert hat, sollte sich jeder mal zu Gemüte führen:

So. Viele. Fragen.

Adrian Franke

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4 Gedanken zu “Fünf Fragen zum Montag (24.8.)

  1. Der Nelson Ausfall ist auf jeden Fall eine komplette Katastrophe. Nach dem Ende der letzten Saison habe ich eigentlich gehofft, dass dieses Jahr der Super Bowl drinne ist, aber mittlerweile habe ich schon Zweifel an der Division Krone. Ganz zu schweigen von einem tiefen PO Run. Die Vikings werden vermutlich einen großen Schritt nach vorne machen und die Spiele der Lions, die ich letztes Jahr sehen konnte, fand ich auch ziemlich gut v.a. defensiv, obwohl Suh weg ist, habe ich die wieder auf dem Zettel. Das Receiver Duo mit Tate und Megatron ist auch erste Sahne!

    Die Prognose, dass die Pats mal nicht ihre Division gewinnen ist gewagt, wie viele Jahre hintereinander haben sie die jetzt gewonnen? 😀

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    • Viel zu häufig! 😀
      Ne, mein Gefühl sagt mir einfach, dass die Pats ein Reboot-Jahr haben. Wenn Miami aber die ersten beiden Spiele verliert kann ich die Prognose in die Tonne kloppen 😉

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  2. 1.) Sehe Chiefs und Chargers näher beisamen. Broncos und Raiders gehen wir konform.

    2.) Ja. In manchen Foren wird schon spekuliert ob er es sogar drauf angelegt hat. Ich glaube er vertraut seinem QB einfach nicht genug und wollte ihm so möglichst viele Reps bieten. Mit der O-Line und dazu RG3s Verletzunghistorie war das zwar gut gemeint, aber einfach zu riskant.

    3.) Schwerer Schlag. Adams ist auch richtig gut und Montgommery kann denke ich auch für starke Plays sorgen, aber Nelson ist eienr der großen Reciever der Liga. Als NFC Northler weiß man, dass der alles kann. Geile Hände, extrem physisch, schnell und für mich der beste weiße Spieler after the Catch.

    4.) Immernoch die Pats an eins. Vielleicht bei 11 Siegen. Die anderen 3 nehmen sich die Siege gegenseitig weg. Dolphins mit 9, Bills mit 8 und Jets mit 6 würde ich sagen.

    5.) Danke Adrian, für den Link. Nur werden den viele Vikingsanhänger nicht lesen wollen, da einige inzwischen in der beschriebenen Parallelrealität gefangen zu sein scheinen. Wahnsinn wie schnell man Ausreden für Idole finden kann.

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    • Das mit Washington: Man muss einfach sagen, dass egal was sich Gruden gedacht hat, es mit Blick auf Griffins Historie maximal unglücklich war.

      Zu 5: gut was du schreibst. hatte ich ja letztens schon mal angesprochen, Talent lässt in der NFL und im Sport generell immer noch so viel rechtfertigen…

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