Spielzug erklärt: Das Hi-Lo-Konzept

Chicago_Bears_vs_Tennessee_Titans_11-09-08

Ein NFL-Spielzug kommt im ersten Moment gerne kryptisch und unverständlich daher. Aber was steckt dahinter? Was sehen die Zuschauer eigentlich auf dem Platz? Und worauf gilt es, zu achten? Ein Erklärungsversuch in kleinen Häppchen. Heute: Das Hi-Lo-Konzept.

Ein elementarer Bestandteil für das Designen eines Passing Games besteht darin, der Defense durch das Scheme Probleme zu bereiten. Sei es etwa, indem Bunch Formations und Rub Routes die Man Coverage erschweren, indem man mit Spacing die Zonen in der Zone Coverage auseinander zieht – oder indem man die Defense in einem Bereich des Feldes so angreift, dass sie sowohl in Man als auch in Zone Coverage Probleme bekommen kann.

Letzteres ist die Essenz des Hi-Lo-Konzepts.

Hi-Lo Mesh-Wheel

Das Hi-Lo-Konzept zielt ganz bewusst darauf ab, einen Bereich des Feldes vertikal auf mehreren Ebenen zu attackieren – in der ersten Grafik durch die grünen Flächen gekennzeichnet.

Das kann auf verschiedene Arten erfolgen: Es können Routes sein, bei denen sich die Receiver mit unterschiedlicher Tiefe entgegen laufen, beide können sich aber auch quasi parallel zueinander bewegen.

Die erste Darstellung zeigt dabei ein Hi-Lo-Konzept mit zwei anderen Routes kombiniert: Einer Mesh-Route und einer Wheel-Route. Das Mesh-Wheel-Konzept war ein fester Bestandteil der Offense der Philadelphia Eagles unter Chip Kelly, genau wie das Hi-Lo Mesh-Wheel Play.

Ähnlich wie beim Slant-Konzept wird in der Mitte des Feldes ein Rub-Route-Effekt erzeugt, der es den Verteidigern erschwert, den eigenen Gegenspieler zu verfolgen (blauer Kreis). Die Wheel-Route ist der Laufweg des Running Backs aus dem Backfield heraus.

Ein anderes Hi-Lo-Beispiel wäre der Hi-Lo Crosser:

Hi-Lo-Crossers

Der Hi-Lo-Effekt entsteht hier zwischen dem isolierten Receiver auf der linken sowie dem Tight End auf der rechten Seite, ergänzt durch ein Mesh-Konzept zwischen dem linken ISO-Receiver und dem Slot-Receiver auf der rechten Seite.

Zudem sehen wir auf der rechten Seite eine Bunch-Receiver-Formation, also mehrere Receiver, die eng beieinander stehen – viele Hi-Lo-Konzepte kommen aus einer solchen Formation heraus.

Ein weiterer Vorteil wenn viele Routes nach innen gehen: Gegen eine Man Coverage können die Verteidiger die Seitenlinie nicht zur Unterstützung nutzen und mehrere Verteidiger müssen ihrem Gegenspieler über die Mitte des Feldes meist durch andere Spieler hindurch folgen.

 

Adrian Franke

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